Wir haben wieder zwei wunderschöne Jagdtage hinter uns und zwar in den beiden Revieren, in welchen mein Liebster Pächter ist. Am Freitag, bei herrlichstem Sonnenschein, hatten wir 4 Treiben. Die ersten zwei am Morgen waren noch ohne Hund, die Gefahr war zu gross wegen der Hauptstrassen. Am Morgen lagen dann 2 Füchse und 2 Stück Rehwild auf der Strecke.
Am Nachmittag war ich dann mit Havanna als Treiberin im Einsatz. Kurz nach anblasen, schmiss Havanna auch schon eine Geiss und ein Kitz aus einem kleinen Strauchgürtel, verfolgte das Kitz ein paar hundert Meter, an 2 Schützen vorbei, leider viel zu weit für einen Schuss und drehte dann wieder ab. Dann folgte ein kleines Waldstück, schon beim durchqueren der sumpfigen Wiese mit viel Strauch- und Schilfgürtel konnten wir 4 Stück Rehwild sowie ein Fuchs vom anderen Waldstück rüberwechseln sehen. Havanna stach in den Wald und ich hörte kurz darauf ihren Standlaut. Ich gab Gas und hopste durch die Brombeeren; stellte sie ein beschossenes Stück Reh? Vorher gingen ein paar Schüsse, ein verblasen konnte ich nicht hören (was ich meistens nicht tue, ich scheine schwerhörig zu sein;-)) Havanna gab immer noch giftig Laut, da ich kein klagen hören konnte, ging ich davon aus, dass sie einen Fuchs irgendwo aus den Brombeeren rausschmiss (Sauen haben wir keine da). So war es auch. Die Schützin am Hang oben auf 40m hatte genau ein Auge auf die Szene, konnte aber nicht schiessen, weil Vani dem dann doch springenden Fuchs auf dem Fuss folgte. Laut verfolgte Havanna den Fuchs, um alsbald wieder in Standlaut zu übergehen. Dann ein hohes Quietschen, heiseres Bellen, ich konnte meinen Hund aber nicht mehr orten!! Dann, eine gefühlte Ewigkeit später, bimmelte Havanna heran. Auf ihrer Nase hatte sie einen dicken Schmiss, der Fuchs fand ihre Stellerei dann wohl irgendwann nicht mehr lustig und gab Gegenwehr. Wie ich später erfuhr, konnte der starke Rüde noch gestreckt werden, ein Schütze hörte den anhaltenden Laut, auch die Laute der "Keilerei" und sah kurz darauf sich einen Fuchs davonstehlen. Nix da. Wir nehmen an, dass es besagter Fuchs war, genau sagen kann man das natürlich nicht.
Fleissig stöberte Vani weiter, auch durch das hässliche Stück mit den mannshohen Brombeeren auf dem Homberg schenkte sie sich nix. Sie schien eine kleine Gasse untendurch gefunden zu haben, wo ich auch eine Menge Trittsiegel von den Rehen ausmachen konnte. Als pflichtbewusste Treiberin kämpfte ich mich auch durch die Brombeeren, auf Vani´s Spur:-) Ein Reh ging nach vorne ab, es drückte sich, bis Vani fast auf ihm drauf war! Kurze Zeit später flog wieder ein Reh den Hang hinauf, ein Schuss, kurzer Laut von Vani, ein Klagen und dann Ruhe. Gemäss Schütze flog Vani kurz nach Schuss heran und hing dem zappelnden Reh noch an die Drossel.
Am Ende des herrlichen Jagdtages hatten wir 8 Stück Rehwild und 4 Füchse auf der Strecke. Es waren 8 Flinten im Einsatz, 4 Treiber, 1 Hund. Ein Rehbock konnte gestreckt werden, welcher eine schwere Verletzung am Hinterlauf hatte. Er lief nur noch auf dem Stumpf, in Fetzen hing die Schale herunter. Das arme Tier, welche Schmerzen! Wir hatten noch 2 Nachsuchen, eine auf ein Reh und eine auf einen Fuchs. Das Reh konnte 10m neben dem Anschuss in dichten Brombeergestrüpp gefunden werden, den Fuchs fand Vani leider nicht. Dafür fand sie ein wohl in der gleichen Nacht verendetes Geisskitz, auf welches wir Wochen davor noch fleissig angesessen waren, weil es so ein Kümmerling war. Hat die Natur selber ihren Lauf genommen. Es war wirklich winzig, vielleicht 5 oder 6kg auch ihm gab ich noch einen letzten Bissen und hoffte, dass das Sterben doch nicht ganz so grausam war...
Gestern war Havanna dann auch nochmals im Einsatz, aber nicht bei allen Treiben. Im 2. Treiben dann mit Schutzweste, da wir in der Ecke gut Sauen haben. Leider passte es Havanna mit der Weste überhaupt nicht, sie lief nur auf dem Weg hin- und her. Es schien sie beim laufen zu stören!! Auch mein Nachbarschütze fand, mein Hund würde sehr komisch daherstaksen, als hätte sie einen Panzer an. Kaum zurück am Stand, nahm ich ihr die Weste ab. Kurz darauf ging sie jagen, wie gewohnt, brachte besagtem Nachbarschützen einen Fuchs und war auch sonst gut auf den Läufen. Beim 3. Treiben vor dem Aser, brachte sie mir noch einen Hasen vorbei, den ich aber pardonierte. Am Abend lagen 4 Stück Rehwild und ein Fuchs auf der Strecke. Sauen wurden keine gesichtet, die hatten sich schlau verdünnisiert. Oder blieben einfach hocken:-))
Heute wurde Vani dann gepflegt und gehegt, alle Wunden und Kratzer nochmals überprüft und verarztet. Der Biss auf der Nase vom Fuchs wurde natürlich schon gestern intensiv gesäubert, heute hat sich bereits eine kleine Kruste gebildet. Leider haben die Ballen wieder intensiv gelitten, Havanna lahmt stark, ich hoffe, dass es mit der Calendula-Salbe schnell abheilen kann. Vorderhand ist sicher mehr als Schongang angesagt! Und Havanna ist ja auch nicht der Typ, der sich nicht gerne betüdeln lässt;-))
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