...dann aber richtig! Das mussten Vani und ich - eigentlich besonders ich - anlässlich einer Nachsuche auf einen Rehbock hinterher feststellen. Es lief einfach alles schief, was nur schief laufen kann und es war ein Lehrstück dafür, dass man A) auch bei einem sehr sicheren Schützen, mal von einem Gurkenschuss ausgehen muss, dass man B) bei keinerlei Pirschzeichen, die Wartezeit bis zur Nachsuche gleich mal locker auf 2 Stunden hochschraubt und dass man C) immer dem Hund vertrauen soll und sich nicht vom Schützen verunsichern lassen soll, weil er meint "da oben ist er sicher nicht reingeflüchtet!".
Tja - und nachdem man das ja eigentlich alles weiss, ist es immer gut, wenn man es denn auch noch am eigenen Leib erfährt. Wenigstens hat sich der Kreis insofern geschlossen, als das wir das Tier am nächsten Morgen verendet gefunden haben. Beim aufbrechen konnten auch Geschosssplitter in der Kammer festgestellt werden, trotz dem Hochlaufschusses. Aber durch die zu frühe Nachsuche wurde der Bock hochgemacht. Hätte, würde, könnte...
Hinterher kann man sich dafür in den Hintern beissen. Jawoll. Aber der Hund war gut. Richtig gut sogar. Einfach der Depp am Riemen hinten muss es noch besser lernen:-)
Um dann mit Vani doch noch eine Suche erfolgreich abschliessen zu können, trat ich dann eine ca. 600m lange Fährte mit dem Fährtenschuh mit Rehwildschalen. Die Fährte startete auf einer Wiese, verlief dann durch eine Fichtenverjüngung, über 2 Waldwege, von einem starken Rehwildwechsel weg, an einem Fuchsbau vorbei und dann noch 100m bis zum Stück. Die Fährte stand 22 Stunden.
Havanna lieferte eine perfekte, konzentrierte Arbeit, trotz der Hitze. Den Verweiserpunkt (ein kleines Stück frische Rehdecke) verwies sie richtig schön. Über das echte Stück am Ende der Fährte freute sie sich natürlich sehr! Es ist für die Hunde immer motivierend, ein frisches Stück Decke vorzufinden, oder eben natürlich ein ganzes Reh.