Donnerstag, 23. August 2012

Horrido und Kugelschlag

Am letzten Freitag durfte ich als Gast - so quasi vor der Haustüre im Heimrevier - diesen schwachen Jährlingsbock erlegen. Er wog aufgebrochen grad noch knapp 12kg, hatte Durchfall und war auch sonst nicht in einem wirklich gesunden Zustand.

Er zog bereits um 19.40 Uhr auf die Fläche, ganz rechts von mir. Das bereitete mir echt ein bisschen Kopfzerbrechen und bescherte mir eine Yoga-Übung auf dem kleinen Hochsitz. Ich musste mich nämlich 90 Grad nach rechts drehen resp. setzen, da der Sitz komplett anders ausgerichtet war und dann hatte ich natürlich wieder einen Kampf mit der richtigen Auflage. Vanibär war natürlich - wie gewohnt - auch auf dem Sitz und brauchte ja auch noch ein paar cm Platz hinter meinem Rücken. Ambitiöse Sache:-) Es vergingen dann auch tatsächlich geschlagene 30min. bis ich mir sicher war, einen wirklich guten Schuss antragen zu können. Mein Gezappel die ganze Zeit vergrämte den Rehbock auch überhaupt nicht, im Gegenteil, nach kurzer Zeit stiess auch noch eine junge Rehgeiss dazu. Und als ich dann endlich mal parat war, machte der Veloklub "ich hab keine Ahnung wer" die Schleusen auf und im Minutentakt schossen die Biker auf dem nahe gelegenen Waldweg hin und her. Dann kann ich ja auch nicht schiessen, das gäbe ja wieder ein Theater bei all den Bambistreichlern;-)

Dann endlich passte es....ich atmete ruhig ein, langsam aus...und zog den Abzug leicht nach hinten... Auf den Direktabzug ist Verlass; wie immer erschrak ich ob dem Schuss... daraufhin machte der Bock einen Sprung, drehte ab, hoppste an die Waldkante und war verschwunden.

Weil ich doch ein wenig ein Gebastel vor dem Schuss hatte, wurde ich dann doch sehr unsicher.. die übelsten Gedanken verfolgten mich...  Ich harrte 10 lange Minuten auf dem Sitz aus - und baumte dann mit Vanibär auf den Schultern ab. Langsam gingen wir zum Anschuss; an dem ungefähren Anschuss-Ort liess ich Vani vorsuchen, es dauerte auch gar nicht lange, da verharrte sie an einer Stelle. Ich konnte reichlich hellroten Schweiss erkennen, sofort zog Vani an und stürmte in die Dickung. Ich hatte die Schweissleine noch fast zur Hälfte in der Hand, da blieb sie auch schon wieder stehen und schon hörte ich ihr wütendes Bellen und Knurren. Ganz unter dem Dickicht, unter dichtestem Fichtengeäst und -Gestrüpp lag der kleine Rehbock, natürlich bereits verendet. Mann, war ich froh! Still hielt ich noch eine kleine Totenwache und liess alles in Ruhe nochmals Revue passieren. Weidmannsdank4all!

Montag, 6. August 2012

Völlig ermattet



...und k.o. flätzt sich Vani dann manchmal hin auf der Kanzel, wenn grad geruchstechnisch nicht so viel los ist; hier kuschelt sie grad mal gemütlich an meinen Schuh. Sozusagen die Spezial-Kopfstütze;-)

Die Aufpasserin...

...Ja, das ist sie. Eine wunderbare Jagdbegleiterin, nichts entgeht ihr, Wild wird zuverlässig angezeigt und sich mucksmäuschenstill verhalten, wenn es auch nah an der Kanzel vorbeizieht. Jetzt mal von Füchsen und Eichhörnchen abgesehen; da entrutscht dem Vanibärchen dann doch schon mal ein winzig kleiner, sehnsüchtiger Fienser...;-)

An dieser Lichtung

,,,hätte ich am Sonntag im Revier eines lieben Freundes, der uns zur Blattjagd eingeladen hatte, einen herrlichen Spiesser erlegen können. Wie gesagt, hätte.

Kurz nachdem ich den Blatter ein paar mal fiepen liess, sprangen auch schon eine Geiss mit einem Kitz aus dem Dickicht, sie schienen es aber sehr eilig zu haben und waren kurz darauf auch schon wieder im Wald verschwunden. Gespannt wartete ich, ob ein Bock den beiden folgen würde. Nach ein paar Minuten dann sprang ein Stück genau da aus dem Wald heraus, wo die beiden vorher verschwunden waren. Ob es die Geiss nun alleine war, die da über die Wiese fegte?! Kurz das Glas rauf. Aha, ein Bock! Spiesser, schwach im Leib, der solls sein. Waffe in Anschlag, noch stand er spitz zu mir. Spannschieber hoch, Vergrösserung auf 10fach geschraubt, das waren doch ein paar Meter! Gespannt wartete ich, den Rotpunkt auf dem Blatt. Ein Schritt, zwei, langsam drehte er sich, stand aber immer noch zu spitz für einen sauberen Schuss. Noch ein Schritt, mein Finger bewegte sich zum Abzug, der Rotpunkt sass am richtigen Ort. Noch ein Schritt... Plötzlich warf er auf und sicherte! Was zur Hölle.... !!??? Nochmals sichern und da hörte ich die Männer auch schon in den Jeeps daherfahren, um mich abzuholen. Der Bock sprang ab, warf sich herum und war Nullkommanix im Dickicht verschwunden. Und ich hockte da, musste grinsen, ein wenig ärgern. Entspannte die Waffe und baumte mit zitternden Knien ab. Ja. so kanns gehen:-)