Sonntag, 6. November 2011

Jagd pur








Havanna hat sich bei den letzten Jagden fast selbst übertroffen, hartnäckig arbeitet sie am Fuchs, der sich in den Tiefen der Brombeerhecken drückt, bis er springt und durchpflügt selbst dickste Brombeerhecken akribisch. Immer wieder bringt sie so sich drückende Rehe auf die Läufe, auf der Jagd vor einer Woche hat sie so dann mal wieder ein Kitz erwischt und niederzuziehen versucht. Man glaubt es kaum, wenn man es nicht selbst mit eigenen Augen gesehen hat, was da für kompromisslose Schärfe in so einem kleinen, herzigen Terrier steckt. Auch wir werden immer wieder von neuen Facetten überrascht...


Genial dann aber auch der Einsatz gestern von Vani; auf der Jagd, in welchem Andi auch Pächter ist, war ich als Treiberin mit Vani und gleichzeitig als Nachsuchenführerin im Einsatz. Schon nach dem ersten Morgentreiben - einer Ansitz-Kugel-Drückjagd stand eine Kontrollsuche auf dem Plan. Ein Schmalreh wurde beschossen, doch der Schütze war sich sicher, gefehlt zu haben, da er das Reh angepfiffen und dann den Schuss rausgedrückt hatte. Am Anschuss keine Schnitthaare, Kugelriss war auch nicht finden, da die Sauen den Boden arg gebrochen hatten. Schweiss war auch keinen vorhanden. Vani angesetzt. Ziemlich unmotiviert zog sie auf der Fährte los, ich erkannte aber gut, dass sie die richtige Fährte arbeitete. Nach 200m, ohne dass Vani irgendwas verwiesen hätte, brach ich ab, nachdem vor uns auch noch ein gesundes Reh absprang. Es war ein weibliches Tier. Ob es dasjenige war, welches wir gesucht haben, ist natürlich schwerlich zu beantworten.


Am Nachmittag schmissen die Hunde dann einige Füchse und Rehe aus ihren "Behausungen" und arbeiteten allesamt sehr gut. Die Schützen hatten gut Anlauf. Was mich sehr freute, war, dass wir von der Treiberwehr über den Tag verteilt sehr viele Hasen gesehen hatten. Eigentlich mehr Hasen als Rehe:-) Wie immer war auch in Bezug auf die Rückkehr nach den Treiben auf Havanna absoluten Verlass; kaum hört sie das Abblas-Signal, macht sie sich sofort auf die Socken um mich zu suchen. Sie ortet mich dann wohl aufgrund meiner Pfeife und Rufen und steht immer nach spätestens 10min nach Schluss wieder bei mir.



Am Abend nochmals eine Kontrollsuche. Der Schütze beschoss ein ruhig ziehendes Tier auf ca. 35m, dieses ruckte ganz kurz und zog dann ebenso ruhig weg von ihm. Ein 2. Schuss konnte er nicht mehr anbringen. Kurz darauf erklang vom Schützen weiter oben der Schuss und auch das verblasen des Stückes. Die Vermutung lag nahe, dass es ein und dasselbe Stück war, dennoch brachen wir auf zur Kontrollsuche. Es dunkelte schon ein. Am Anschuss konnte ich an der kleinen Buche eindeutig Schrote resp. Splitter erkennen, der mitgebrachte Scheinwerfer war Gold wert und ich fand auch ein paar Schnitthaare. Havanna angesetzt. Sie untersuchte sehr genau. Ganz ruhig zog sie los, führte uns den Hang hinauf. Einmal eine kleiner Stop, sie korrigierte sich jedoch selbst auf mein Fragen hin und zog wieder ruhig den Hügel hinauf. Schon kamen wir über den Weg, ich erkannte die Gegend wieder, da standen wir doch schon, als wir dem obigen Schützen halfen, sein Reh zu bergen. Von links kamen wir an den Stand heran, Havanna untersuchte eine Stelle sehr intensiv. Sofort kamen wir mit dem Scheinwerfer heran. Schweiss und viele Schnitthaare bestätigten die Vermutung, dass das erstbeschossene Stück hier mit 2. Schuss seine Ruhe fand. Der Schütze bestätigte dann später auch diesen Anschuss - Havanna war also goldrichtig.


Es ist schon grossartig, diese Arbeit, auch wenn es nicht nach viel anmutet. Aber den ganzen Tag auf den Läufen, sicher an die 20km abgespult und das auf frischen Fährten, um dann noch 2 konzentrierte Suchen anzuhängen, wo es vorallem auf die Spurtreue ankam.










Suchenheil, Vaniminimaus!

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