Sonntag, 12. Dezember 2010

Saujagd bei Lahr/D




Erfolgreiche Nachsuche auf einen Frischling










Am Samstag Saujagd bei Lahr, wir jagten am Rheinauen mit guten Freunden, lieben Bekannten, noch Unbekannten und Gästen. Hundetechnisch waren wir total unterbesetzt. Die Deutsch Langhaar-Hündin von unserem Freund P. blieb am Strick, ebenso die junge PRT-Hündin von B. , der Kopov eines anderen Schützen hütete zuhause das Ofenkissen und so hatten wir genau einen Hund. Richtig. Havanna.

Die Schützen wurden rasch nach Begrüssung davongekarrt und angestellt, es sollten 4 Treiben werden, die Schützen behielten jeweils ihre Positionen. Wir Treiber wurden mit dem Traktor an den ersten Standpunkt chauffiert, Vani und ich durften mit dem Aufseher im warmen Auto fahren. Kaum ausgestiegen, formieren und los gings.

Ich lief keine 100m durch den dicken Dschungel, da ertönte schon der ganz helle giftige Laut von Vani. Schuss 1, Schuss 2, Schuss 3, kurz Stille, dann wieder giftiger Laut weiter oben und nochmals 2 Schuss. Wow, was für ein Einstand! Wir drückten weiter, wieder zurück, links und rechts, irgendwie verlor ich dann ein bisschen die Orientierung, war der grosse Damm hinten, links oder vorne? Eigentlich ja egal. Schon zischte Vani wieder heran, guckte ob ich noch da war und flitzte gleich wieder los. Wieder waren Schüsse zu hören. Dann die Meldung, 4 Sauen liegen! M. hat mit 3 Schuss 3 Sauen auf die Schwarte gelegt, beim Nachbarschützen hats dann auch noch für Eine gepasst. Grosses Lob an Havanna, alle 4 wurden von ihr hochgemacht und am laufen gehalten.

Weiter gings, rechts von mir der Ruf "Sau, Sau nach vorne, 2. Sau nach vorne", wieder giftiger Laut von Vani, wieder Schüsse. Gesehen habe ich nichts, irgendwann kam Havanna wieder zurück, ging gleich nach hinten um nochmals nachzusehen, ob da vielleicht noch eine Sau nicht mitgenommen wurde in unserem Schwung. Kleine Pause, eine Schützin hat 3x auf eine Sau geschossen und meinte "da unten, da liegt sie irgendwo im Gebüsch, habe gesehen wie sie zusammenbrach". Gut, wir würden nach dem letzten Treiben nachschauen mit dem Hund. Weiter gings auf die andere Seite des Damms, Vani war immer noch voll dabei. Sie war klatschnass, irgendwann musste sie mal einen Kanal durchschwommen haben. Weste hin oder her.

Wir formierten wieder neu, mit lautem HoppHopp gings weiter. Eine Geiss mit 2 strammen Kitzen flog an mir vorbei. Nanu, wo war Vani? Rehe lässt sie sich ja eigentlich nie entgehen und sie war genau in diese Dickung rein, wo die Rehe rausgeflogen sind. Weiter gings, immerhin mal Anblick gehabt. Dann der kleine See, die eine Wehr ging links daran durch, wir rechts. Vani war weit vor uns, den rechten Teil schien sie schon durch zu haben, ich sah gerade noch, wie sie von unserer Seite rausstach und zur linken Wehr wechselte. Ich war gerade mal 30 Schritt weitergegangen, dann Standlaut. Ich blieb stehen. Bei Standlaut gibt es 2 Optionen. Kranke Sau oder gesunder Fuchs in einem Brombeerfeld. Immer noch Standlaut. Ich rief den Durchgehschützen zu meiner Rechten, zeitgleich der Ruf eines Treibers "Sau, Sau eine kranke Sau!!!" Sofort liefen der Durchgehschütze und ich los, wie die Gehenkten, Havanna gab immer noch Laut. Völlig ausser Atem war ich als Erste am Bail. Eine Sau stand mit offenem Gebrech vor Havanna, auch aus 30m Entfernung sah ich die tiefe Schussverletzung am Rücken. Die Sau stand breitbeinig, schwer krank, Havanna verbellte auf 1m Abstand, hielt sich aber vom Wurf und Gebrech gut fern. Geschickt blieb sie hinter der Sau, jede Bewegung quittierte sie mit kleinem Aufrücken! Ich schrie dem Treiber zu, dass er sich aus dem Staub machen soll, W. der Durchgeschütze verschaffte sich sicherheitstechnischen Überblick und nahm die Waffe hoch. Dann rief ich Havanna, dieser tolle Hund brach sofort ab und kam zu mir. Ich klemmte sie unter den Arm. Der Schuss aufs Haupt brach. Noch immer zappelte die Sau heftig, ein 2. Schuss aufs Haupt war nötig. Ich musste Havanna mit aller Kraft festhalten, dass sie mir nicht aus den Armen sprang. Es war eine Bache, 50-60kg, also ein ordentliches Köfferchen! Still lag sie da, endlich erlöst. Wie sich herausstellte, war dies das Stück "das da unten ganz sicher im Gebüsch liegt, ich habe gesehen wie sie zusammenbrach!" (Vom Anschuss war die Sau einen knappen Kilometer entfernt). Ich freute mich aber riesig über die tolle Arbeit von Havanna und auch, dass das Leid des Stückes ein Ende hatte.

Es folgte noch ein weiteres Treiben, das war aber ergebnislos. Dann war Hahn in Ruh. Die Schützen kamen zusammen, die erlegten Stücke wurden geborgen. Wir hatten 6 Sauen und ein Reh. Der Schütze, der das Reh und einen Frili erlegt hatte, meinte noch, er hätte noch auf einen weiteren Frili geschossen, er hätte aber sicher dran vorbeigehauen. Ich bohrte nach. Kurz mit dem Aufseher diskutiert, wir beschlossen, eine Kontrollsuche zu machen.

Am Anschuss sah man deutlich die "Kerbe" des Schusses in einer schmalen Buche. Ich kniete runter in den Matsch. Da, ein paar winzige Tropfen Schweiss auf einem Ast, einen Meter weiter im Schilf an einem Stängel auf ca. 30cm Höhe ein weiterer Schweissspritzer. Also Schweissriemen angedockt, 2 Schützen mit geladener Waffe hinter mir. Los gings. Ruhig suchte Havanna, ich gab ordentlich Riemen. Immer wieder hängte dieser an den Schlehen oder am Schwarzdorn fest. Dann ein Haken nach rechts, eine Art Rückegasse ca. 20m geradeaus, zack wieder links rein. Und da unter den Schlehen lag der Frili. Mausetot. Ich war überglücklich. Der Schuss sass perfekt im "Getriebe" und dennoch ist der kleine Keiler noch 60 Gänge gegangen. Der Schütze strahlte wie ein Honigkuchenpferd, der Aufseher auch.

So hatten wir dann 7 Sauen auf der Strecke. Von diesen 7 Sauen war Vani an 5 Stücken direkt beteiligt. Top Arbeit vom Vanibär!







Strecke 7 Sauen, 1 Geiss

















Der Rheinauen-Dschungel mit Weissdorn, Schwarzdorn und massenhaft Schlehen (dafür keine Brombeeren:-)








Treiberwehr wird auf dem Traktor zum nächsten Ausgangspunkt chauffiert. Vani und ich sitzen im warmen Auto des Jagdaufsehers.












Ein paar Schützen nutzen die kleine Pause für einen Schwatz

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